Ökologisches Renaturierungssystem

Wasser ist der wichtigste Teil unseres Renaturierungsprojekts. Dies, um den Wasserkreislauf wiederherzustellen und somit Boden und Vegetation wieder zu erneuern.

Das System ist wie eine Quelle, aus der wir Wasser beziehen oder die wir intelligent nutzen, um weitere Vorteile zu erreichen. Es ist ein Projekt, das den kleinen Wasserkreislauf künstlich repliziert, um einen grossen natürlichen Wasserkreislauf auszulösen.

Das System fungiert als Ökosystem-Keim. Im Gewächshaus und seiner Umgebung wird der Boden allmählich hydratisiert und der biologische Kreislauf wird wieder hergestellt. Pflanzen, die in der Nähe des Systems wachsen, schützen den Boden vor Sonneneinstrahlung. Die Verdunstung nimmt ab und die Luftfeuchtigkeit steigt an. Die Vegetation wird sich sogar in einem Wüstenkontext ausbreiten.

Teiche (Johads)

Dafür ist es notwendig, ein Netzwerk von Brunnen mit kleinem Durchmesser (der Druck hängt von der Tiefe ab) aufzubauen, die permanent mit Wasser versorgt werden. Dies, um den Betrieb der Teiche zu reproduzieren. Johad ist ein traditionelles indisches Bewässerungssystem, bestehend aus einem offenen, mit Monsunregen gefüllten Teichs oder Sees. Deren Wände sind wasserdicht und der Tiefpunkt ist mittels eines Lochs mit dem Boden verbunden. Das Wasser sickert mittels Druck und verdampft kaum, da es direkt in die Tiefe eingelassen wird. Es ist eine sehr effektive Lösung den Monsunregen so zu ersetzen und einen definierten Bereich zu bewässern.

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Als Teil des NGO-Projekts Tarun Bharat Sangh, das das Konzept der Johads im Distrikt Alwar (Rajasthan, Indien) wiederbelebte, wurden entlang der Flüsse viele kleine Dämme gebaut, um die Flussdurchlaufgeschwindigkeit zu verlangsamen und die Infiltration in den Boden durch Versickerung zu verstärken. In weniger als zwanzig Jahren ist dieses Gebiet, das das grösste Wasserdefizit in Indien ausweist, vollständig mit Wäldern und Feldern bedeckt. Die seit einem Jahrhundert verschwundenen Flüsse haben sich wieder als solche entwickelt, ebenso die Quellen. In Indien herrscht jedoch ein Monsunklima, das jährliche Niederschläge garantiert, was nicht in allen trockenen Gebieten der Welt der Fall ist. Trotzdem ist es möglich, die Monsunregen durch unser System zu ersetzen und sie mit der Grundidee der Johads zu kombinieren: unterirdische Bewässerung.

Lesen Sie hier mehr über Johad.

Monsunregen ersetzen

Es gibt zwei Möglichkeiten der Umsetzung. Die erste – am einfachsten zu implementierende – ein Netzwerk von Johads in Bereichen mit Gewächshäusern mit unserem System zu erstellen. Ein Teil des Wassers nimmt am Wasserkreislauf des Systems teil und der Rest dringt tief in den Boden ein. Die zweite besteht darin, ein Netzwerk von Rohren ausserhalb des Systems zu installieren, was mehr Arbeit erfordert, jedoch eine viel grössere Bewässerung ermöglicht.

Bei der zweiten Methode wird das Wissen der Topographie des Implantationsorts der Rohre verwendet. Dadurch wird eine bessere Auswahl der zu bewässernden Bereiche ermöglicht. Wenn man die besten Gebiete für die Bewässerung auswählt, sind die Grenzen der Wasserscheide die idealen Orte. Da das System als Quelle fungiert, sollte es so weit wie möglich stromaufwärts angeordnet werden, um die Wirkung von Kondenswasser zu maximieren. Daher wird das System in Wassereinzugsgebieten und in der Nähe von lokalen Gipfeln gebaut. So kann der nötige Druck, der mit dem Höhenunterschied gewährleistet ist, auf natürliche Weise genutzt werden, um Wasser mit Rohren in der Umgebung zu verteilen. Wenn das System auf Hügeln oder Bergen installiert ist, fungiert es als Wasserturm.

Eine Reihe in regelmässigen Abständen gebohrte Johads, sollte eine grüne Barriere entlang der Grenzen der Wasserscheide und in Bächen bilden. Dadurch entstehen Flüsse, die die gesamte Region rehydrieren können. Wie Sie wahrscheinlich wissen, sind Pflanzenbarrieren der beste Weg, um die Ausbreitung von Wüsten zu verhindern. Ausserdem werden durch die Schaffung von Vegetationskorridoren und die Entwicklung der Flora die dort lebenden Tiere angezogen, von denen auch sie profitieren.

Die Hydratation des Bodens bringt zusätzliche Vorteile, wie zum Beispiel die Verringerung von Waldbränden, die meist durch Dürre verursacht werden. Darüber hinaus erhalten die nachgelagerten Siedlungen Trinkwasser durch das natürliche hydrographische System. Wenn genug Wasser vorhanden ist, kann es sogar direkt an die Oberfläche geleitet werden, um neue Flüsse zu erzeugen.

Die Kombination all dieser Aspekte bietet die Aussicht, einen grossen Wasserkreislauf zu schaffen!